Muttergebundene Kälberaufzucht

Kälber von Milchkühen beim Muttertier zu belassen wird oft gefordert, aber eher selten umgesetzt. Das Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) bietet für diese Haltungsform ein ausführliches Merkblatt an. Die Forscher schreiben dazu:

„Diese Art der Aufzucht erfordert neben Kenntnissen zum natürlichen Verhalten der Tiere auch eine Einschätzung der wesentlichen und unwesentlichen Aspekte und der Möglichkeiten und Grenzen der Tiere, sich flexibel anzupassen. Die weitgehend artgemäße Beziehung zwischen den Milchkühen und den Kälbern trägt aber häufig zu einer besseren Gesundheit und Leistung der Kühe und Kälber bei.

Das Saugen an Müttern oder Ammen spart zudem Arbeitszeit, weil das Tränken der Kälber entfällt. In der Praxis kommen aufgrund betrieblicher Unterschiede und persönlicher Präferenzen verschiedene Systeme zur Anwendung: sei es, dass die Kälber an Müttern oder an Ammen säugen, dass sich die Kühe und die Kälber nur kurz treffen oder länger zusammen sind, oder dass die Kälber entweder vor oder nach dem Melken saugen.“

Das FiBL-Merkblatt bietet einen Überblick auf die verschiedenen Ansätze zur mutter- und ammengebundenen Kälberaufzucht und beschreibt die Abläufe in den gängigen Systemen.

Eine Gegenüberstellung des natürlichen Verhaltens von Kuh und Kalb und daraus abgeleitete Schlussfolgerungen für die Haltung, reicht von der Zeit vor der Geburt bis zum Absetzen etwa fünf Monate nach der Geburt.

Weiter werden Vorteile, Nachteile und Herausforderungen gegenübergestellt. Hier geht es nicht nur um das Verhalten, sondern auch um Tiergesundheit, Milchleistung, Arbeitsaufwand und vieles mehr.

Verschiedene System der muttergebundenen Kälberaufzucht werden anhand von Praxis-Beispielen ausführlich und anschaulich erläutert. Prinzipiell kann man drei Varianten unterscheiden. A) Langzeitiges, aber restriktives Säugen mit Melken, B) Langzeitiges Säugen mit unbegrenztem Zugang und zusätzlichem Melken sowie C) Langzeitiges Säugen ohne Melken.

Das Praxismerkblatt steht im FiBL-Shop zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Quelle: Forschungsinstitut für biologischen Landbau

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