Ferkeldurchfälle durch E. coli und Clostridien: Besser vorbeugen statt behandeln

von Dr. Heike Engels

Ferkeldurchfall ist nach wie vor eine sehr häufige Erkrankung in Schweineställen, häufig müssen Antibiotika eingesetzt werden. Nicht immer ist der Erreger sofort bekannt, in vielen Fällen ist eine umfassende Diagnostik nötig, um den krankmachenden Erreger zu ermitteln. Doch es gibt gut wirksame Impfstoffe, die den Antibiotikaeinsatz reduzieren helfen.

Die Infektionen mit den Bakterien Escherichia coli und Clostridium perfringens kommen häufig und weltweit in der kommerziellen Schweinehaltung vor. Vielfach bereiten diese beiden Erreger im Bestand gleichzeitig Probleme. Escherichia Coli besiedelt sehr früh den Ferkeldarm. Die Giftstoffe, die von den krankmachenden Colikeimen ausgeschieden werden, führen zu massivem Durchfallgeschehen, bekannt als „Ferkelruhr“. Bei den E. coli-Keimen gibt es verschiedene Stämme, die sich an ihrer Oberfläche unterscheiden. Sie werden nach ihren Anhängseln, auch Fimbrien, genannt, unterschieden. Fimbrien sind elektronenmikroskopisch sichtbare Zellanhänge von Bakterien, die der Anheftung der Erreger an Zelloberflächen dienen. Direkt nach der Geburt findet man sehr häufig Coli-Stämme mit den Fimbrientypen F4, F5, F6, F41. Ferkel, die sich während der Säugezeit immer wieder mit E. coli-Keimen auseinandersetzen müssen, haben in der Regel einen schlechten Start ins Leben und bleiben zumeist kümmernde Ferkel.

Je nach Alter andere E. coli-Stämme
Je nachdem in welchem Alter die Infektion stattfindet, finden sich entsprechende Symptome und Bakterienstämme. Der besonders aggressive F18-Typ befällt Saugferkel ab Ende der zweiten Säugewoche bis in die Ferkelaufzuchtphase. Er verursacht neben schweren Durchfällen auch die Ödemkrankheit. F4 und F18 sind bei der Diarrhoe von Absatzferkeln am häufigsten nachgewiesenen Fimbrientypen. Sie tragen häufig die für den Durchfall verantwortlichen Gene des hitzelabilen Toxins (LT) oder des hitzestabilen Toxins (ST). Das für die Ödemkrankheit verantwortliche Shigatoxin Stx2e wird ebenfalls von F18-E. coli- Stämmen gebildet …

 


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